Bananen Republik Deutschland - heute: Wie Banken Sie vor Kontonummern schützen

Posted on March 20th, 2010 by Reiner.
Categories: Deutsch, Uncategorized.

Abstrakt: Bei einer - aus rechtlichen Gründen - hier nicht namentlich genannten - Bank reicht das Gedächtnis für Kontoauszüge nur 3 Monate zurück. Und selbst für in diesem Zeitraum ausgeführte Dauerüberweisungen sind keinerlei Kontodaten des Begünstigten mehr verfügbar, sobald die Dauerüberweisung endet.

Ich muss mir hier meine Wut und mein Entsetzen vom der Seele schreiben…

Ok, Stefan bekommt noch meinen Anteil am gemeinsamen Urlaubsflug (den er gebucht und bezahlt hat) von mir. Nichts einfacher, als das - dachte ich.

Also schnell ins Online-Banking und in den Kontoauszügen nach den letzten Überweisungen an Stefan gesucht.

Huch, was ist das? Keine Kontonummer, nirgends?! Das Online-Gedächtnis meiner Bank ist dem Wählerverhalten angepasst und hat (trotz stetig fallender Preise für Massenspeicher) nur Platz für 3 Monate. Egal…

Krieg ich schon - denke ich - da ist ja erst vor ein paar Wochen noch ein Dauerauftrag ausgeführt worden. Fehlanzeige! Es gibt den zugehörigen Dauerauftrag gar nicht mehr, da er jetzt bereits abgelaufen ist - im Ergebnis habe ich mein Geld einem schwarzen Loch übereignet!

Papierauszugsstapel durchwühlt - auch da: Bei Daueraufträgen gibt’s keine Kontonummer. Die, die ich selbst irgendwann mal eingetippt hatte, wurde in bester Ministry-of-Truth-Manier aus der Weltgeschichte getilgt. Und das, obwohl die aktuellen AGB der Banken die Ausführung nur noch nach BLZ+Konto ausführen - Namen sind inzwischen nur noch völlig überflüssiges Beiwerk - nur BLZ und Kontonummer sind für die Ausführung verbindlich.

Im Ergebnis kann ich an Hand des Kontoauszugs nicht mal prüfen, an wen ich denn nun wirklich Geld überwiesen habe.

Ich wünsche mir eine Google-Bank. Und bis dahin: Nur Bares ist Wahres :-)

0 comments.

Warum Vodafone und T-Mobile bei Skype zurück rudern

Posted on May 13th, 2009 by Reiner.
Categories: Deutsch, at other Locations, Computers, La Palma.

Z.B. bei heise mobil - 11.05.09 - Vodafone und T-Mobile: Kein Streit mit Nokia wegen Skype-Handy liest man darüber, dass Vodafone und T-Online zuerst jegliche Skype-Nutzung verbieten und blockieren wollten, nun aber doch plötzlich wieder vom Monopol-Saulus zum kundenfreundlichen Paulus mutieren. Warum?

Wahrscheinlich liegt es an der EU!

Bei mir selbst ist das Thema durchaus aktuell: Mein Freund sitzt auf einer Datsche auf den Kanaren und ist nur per Handy zu erreichen. Da klingelt die Kasse, egal wer wen in welcher Richtung anruft.

Deshalb wollen wir ausprobieren, ob und wie das mit Skype funktioniert und ich habe jetzt zuvor versucht zu ergooglen, ob der VoIP- und Skype-Ausschluss, die ich mich entsinne noch vor kurzen in diversen AGBs von Vodafone Spain gesehen zu haben, sich auch auf den “bono prepago” (z.B. 1 Monat / 1GB / danach Drossel für 60€) beziehen.

Es ist wie im Ministerium für Wahrheit: Der String Skype oder sogar auch nur VOIP sind aus allen spanischen Vodafone-Dokumenten spurenlos getilgt. Dafür steht da jetzt überall nur noch P2P. Ich habe an meinem Verstand gezweifelt, bis ich heute auf eine Artikelsammlung unter dem Titel Carriers could by forced by EU to support VoIP services stieß. Ach so ist das :-)

Bin gespannt, ob das nur ein Hütchenspielertrick von Vodafone Spanien ist. Nicht nur technisch ist Skype auch und gerade eine P2P-Anwendung. Die Verbindung und der Transport erfolgen - egal ob Sprache oder File-Transfer - immer direkt zwischen den Skype-Usern.

Die - noch nicht umgesetzte - EU-Drohung könnte auch erklären, warum T-Mobile und Vodafone in Deutschland die Drehrichtung ihrer Schrauben gerade nun umkehren und japsend und für uns überraschend wieder zurück rudern. Insbesondere da Skype eben nicht nur Lieschen Müller ist, sondern neben seiner eigenen Größe noch dazu zu einer illüstren Familie gehört (eBay und PayPal).

Nachtrag: Funktioniert super!

Da müssen Vodafone et al auch Angst bekommen:

Funktioniert 1a - Sprachqualität sogar wesentlich besser (!!!) als per normalem Handy-Anruf, Verbrauch auf der spanischen Handy-Seite 3
kByte/s = 180 kByte/min = ca. 1 Cent pro Minute (bei 60€ / 1 GByte).

Trost für Vodafone: Der Cent geht jetzt direkt zu Vodafone statt zum zum Konkurrenz-Discounter (Yoigo).

Nicht auszudenken, was demnächst alles passieren wird, wenn Nokia jetzt anfängt, Skype flächendeckend in seine Handies einzubauen…

1 comment.

Datenkrake APIS schlaegt auch bei Ferienfluegen nach Spanien zu

Posted on July 3rd, 2008 by Reiner.
Categories: Deutsch, ThisNThat, La Palma.

Nicht schlecht gestaunt - ein Freund bucht fuer mich bei Air Berlin gerade Urlaubsfluege nach La Palma (Kanarische Inseln, Spanien) und fragt mich inquisitorisch nach den Daten meines Personalausweises, die bei der Buchung auf Grund des Advance Passenger Information Systems erhoben werden.

Es hat den Anschein, als seien neben den USA inzwischen auch viele weitere Staaten verkrakt, wie z.B. die Volksrepublik China oder hier Spanien. Also: Keep your ID cards ready!!!!

0 comments.

Woher kommen die Bilder - ohne Staatsanwalt?

Posted on March 16th, 2008 by Reiner.
Categories: Deutsch, ThisNThat, Uncategorized.

Black cat & Gold fish © Sebastian Duda #3826346
Ein Artikel ohne Bilder ist wie ein Redner ohne Stimme - langweilig bis lästig.
Aber woher nehmen und nicht stehlen?

Über 3 Millionen legale Bilder zu bezahlbaren Preisen gibt es z.B. von http://www.fotolia.com/. In dieser (kleinsten) Auflösung (z.B. 412×292) für nur ca. 0,83€ (wenn man über http://us.fotolia.com/ in USD bezahlt).

Black cat & Gold fish © Sebastian Duda #3826137

0 comments.

Debuggen von Java Anwendungen - auf der Überholspur!

Posted on March 15th, 2008 by Reiner.
Categories: Deutsch, Computers.

English article at  Bad Habits Die Hard - How to Prepare Java Apps for Full Speed Debugging.

Beim Instrumentieren einer Java Anwendung für (auch Remote) Debugging werden oftmals VM-Parameter verwendet, die die Anwendung spürbar verlangsamen, da sie den Just-In-Time Compiler der Java VM ausschalten, z.B.:

-Xdebug
-Xnoagent
-Xrunjdwp:transport=dt_socket,address=8787,server=y,suspend=n
-Djava.compiler=NONE

Ab Java 1.4 ist es weder erforderlich noch per se ratsam, den Java Just-In-Time Compiler auszuschalten.

Die Anweisung -Djava.compiler=NONE sollte einfach entfallen:

-Xdebug
-Xnoagent
-Xrunjdwp:transport=dt_socket,address=8787,server=y,suspend=n

So kann eine Anwendung für das Debuggen vorbereitet werden, ohne dass ihre Performance darunter leidet, solange sie nicht aktiv debugged wird. Und selbst während des Debuggens wird die Anwendung durch den Just-in-Time Compiler beschleunigt. Dies ist in Test- (oder sogar Produktions-) Umgebungen sehr willkommen, die sowohl performant ausgeführt werden sollen, als auch eine bei Bedarf zu öffnenende Hintertür enthalten sollen, durch die Probleme untersucht werden können.

Sogar in aktuellen Posts wird das -Djava.compiler=NONE Antipattern verbreitet, wie z.B. bei ImageJ Plugins in Eclipse entwickeln.

Und das böse -Djava.compiler=NONE versteckt sich nicht nur in vielen Konfigurationsdateien und Werkzeugen, sondern hat es sogar geschafft, bis in Java 6 selbst vorzudringen. Siehe -Djava.compiler=NONE and -Xdebug anachronisms unanachronistically disable full-speed debugging in Suns Bug Database.

0 comments.

Abhilfe für Internet Explorer platzt bei Anmeldung mit Fehler bei simyo.de - Mein simyo

Posted on March 1st, 2008 by Reiner.
Categories: Deutsch, ThisNThat, Computers.

Weil einfach einfach zu einfach wäre um einfach immer wirklich wirklich immer einfach zu sein…

Eben hatte ich an zwei verschiedenen PCs versucht, mit Internet Explorer 6 und 7 bei http://www.simyo.de/ über Mein simyo meine neue Kreditkarte einzutragen. Aber bereits bei der Anmeldung verschwand der Internet Explorer plötzlich und fragte artig, ob er Microsoft benachrichtigen sollte.

Auch mein Versuch, von meinem Nokia E61 aus auf Simyos Website zuzugreifen, wurde von Simyo dadurch sabotiert, dass Simyo mir auf meinem E61 nur eine sehr eingeschränkte Auswahl von Funktionen anbot, in denen vor allem die gesamte Verwaltung zur Zeit noch nicht enthalten war. Und das, obwohl das E61 einen vollwertigen Web-Browser enthält.

Ursache 

Ich vermute, dass das von simyo.de gesendete JavaScript inkompatibel mit einigen Installationen von Internet Explorer 6 + 7 ist. Wie kann ich den Fehler verhindern? JavaScript ausschalten! Der einfachste (und zugleich sicherste)Weg ist, *.simyo.de den Eingeschränkten Sites hinzuzufügen. Im Gegensatz zu vielen anderen Websites funktioniert Simyo auch ohne JavaScript.

Abhilfe

Fügen Sie *.simyo.de in den Internetoptionen Ihres Internet Explorers den Eingeschränkten Sites hinzu:

  1. Menüauswahlen Extras, Internetoptionen…
  2. Karteireiter Sicherheit anklicken
  3. Eingeschränkte Sites markieren
  4. Schaltfläche Sites… anklicken
  5. *.simyo.de eintragen
  6. Schaltfläche Hinzufügen anklicken
  7. Schaltfläche OK anklicken
  8. Schaltfläche OK anklicken

Ansonsten bin ich mit Simyo sehr zufrieden. Anmelden, Rufnummernmitnahme (besser: Mitbringe), Einrichten des Handies und die Nutzung sind problemlos. Und die Preise und Optionen (z.B. autom. Aufladen) sind sehr attraktiv.

1 comment.

Habe eben mein Grandstream GXP-2000 entsorgt

Posted on February 17th, 2008 by Reiner.
Categories: Deutsch, at Home.

Eigentlich wollte ich es bei eBay verticken, aber was mache ich, wenn der Käufer größer und kräftiger ist, als ich selbst? Aus rechtlichen Erwägungen heraus enthalte ich mich hier jeglicher weiterer Statements und verweise statt dessen auf http://www.voip-info.org/wiki/view/GXP-2000.

Ich bin seit etwa einem Jahr absolut zufriedener Benutzer des Thomson SpeedTouch ST2030 und nutze es als mein “Festnetztelefon” über sipgate.de. Im Gegensatz zu dem nun entsorgten und zwei weiteren verschiedenen mobilen VOIP-Telefonen verschiedener Hersteller (einer davon sehr renomiert), von denen ich eines nur durch vorsätzliches und kräftiges Fußauflegen wirksam von weiterer Sabotage (z.B. Reboot genau dann, wenn man auf Annehmen drückt) abhalten konnte, funktioniert das SpeedTouch einfach nur.

Genau, wie beschrieben, immer, und das recht komfortabel, z.B. Mailbox-Anzeige (MWI) und sogar Rückruf bei besetzt, aber hier und mit sipgate.de nur mit einigen Netzen, wie z.B. Telekom.

Das ST2030 hat m.E. nur zwei wirkliche Schwachpunkte, mit denen ich aber gut leben kann:

  1. Die Einrichtung ist nix für Oma Schmidt. Nicht dass es besonders schwierig wäre, aber Zielgruppe des ST2030 sind (Groß-) Unternehmen, die eben Mitarbeiter haben, die willens und in der Lage sind, die eher technik-lastigen Dokumentationen zu suchen, zu finden und zu verstehen.
  2. Nachts ist dunkel. Am Arbeitsplatz im Großraumbüro (Zielgruppe des ST2030) eher unwichtig, aber zuhause würde man sich zu nächtlicher Zeit schon manchmal wünschen, dass man erkennen könnte, was auf dem unbeleuchteten Display steht.

1 comment.

sipgate.de - ab 26.06.2007 16:00 Uhr bzw. ab 18.08.2007 nicht mehr aus den USA

Posted on July 20th, 2007 by Reiner.
Categories: Deutsch, at other Locations, ThisNThat, Computers.

Erstaunlich, was sich beim Studium der neuen, am 18.08.2007 auch für Bestandskunden wirksam werdenden ABGs von sipgate.de findet. Allerdings muss man selbst danach suchen, eine Übersicht der Änderungen fehlte in der Mail von sipgate.de vom 17.07.2007.

Statt dessen steht dort: “Für Sie ändert sich grundsätzlich nichts: Produkte und Preise bleiben unverändert. sipgate steht auch weiterhin für VoIP auf höchstem technischen Niveau bei niedrigsten Preisen.”

Dennoch enthalten die neuen AGBs unter 12.3. ein interessantes, mir bis dato unbekanntes Detail: “Die Nutzung von sipgate auf dem Hoheitsgebiet oder durch Bürger der Vereinigten Staaten von Amerika (USA) ist ausgeschlossen.”

In der Mail zur Änderung der AGBs werden Bestandskunden auch ausdrücklich darauf hingewiesen, welche Folgen ein Widerspruch gegen die neuen AGBs haben könnte, denn “sipgate behält sich vor in diesem Fall den Vertrag mit Ihnen ordentlich zu kündigen”.

Da tröstet es nur wenig, dass im zwei Tage darauf eingetroffenen sipgate Newsletter noch ausdrücklich mit der Nutzung in den USA geworben wird: “Egal ob in Spanien, Griechenland, der Türkei oder in den USA - Handy-Telefonate in die Heimat können schnell bis zu 3 Euro pro Minute kosten. Kostenfallen bestehen auch bei Mobilbox-Nutzung und eingehenden Gesprächen. sipgate behandelt dagegen Anrufe nach Deutschland wie ein Inlandsgespräch. Der Grund: Ihr sipgate Account ist in Deutschland registriert. sipgate gibt Tipps, was bei Internet-Telefonie im Ausland zu beachten ist.”

Ich hätte es vielleicht einfach nur nett gefunden, in der Begleitmail zur Änderung der AGB auf die Beweggründe für diese Änderung hinzuweisen, über die man nun, zwar wahrscheinlich zutreffend, aber dennoch nur hinter vorgehaltener Hand mutmaßen kann. 

Alles in allem werde ich mit Sicherheit auch ohne die Staaten weiterhin bei sipgate bleiben. Allein schon die Möglichkeit, zuhause, am Arbeitsplatz und im Urlaub (in bei Deutschen weitaus beliebteren Gefilden als den USA) unter der gleichen Nummer und oft zum Ortstarif erreichbar zu sein, ist schlicht schick. Und das alles ohne sich auf Jahre an einen Internet-Provider fesseln zu müssen :-)

Links:

1 comment.

WLAN Hintergründe - Warum Sie andere Kanäle als 1, 6 und 11 vermeiden sollten wie die Pest

Posted on July 8th, 2007 by Reiner.
Categories: Deutsch, at other Locations, at Home, Computers.

Zusammengefasst: Verwenden Sie für Ihr 2,4 GHz WLAN auschließlich die Kanäle 1, 6 und 11. Und die Welt wird ein klein wenig besser - ganz umsonst :-)

Endlich! Ihr neuer WLAN Router und auch die Zugangsdaten sind eingetroffen. Da Sie ein umsichtiger und technisch versierter Mensch sind, wählen Sie den Kanal für Ihr neues WLAN so, dass er sich möglichst nicht mit denen Ihrer Nachbarn überschneidet. Bei der Suche nach verfügbaren WLANs stellen Sie fest, dass die Kanäle 1, 6, 9 und 11 bereits belegt sind und entscheiden sich für den Kanal 3. Sie sind sich nun ziemlich sicher, dass Sie Ihr WLAN optimal eingestellt haben und alles wie am Schnürchen laufen sollte. Glauben Sie…

In Wirklichkeit haben Sie gerade eben einen neuen Störsender installiert, der die Übertragungsgeschwindigkeit dreier WLANs halbiert - einschließlich Ihres eigenen. Wie kann das sein?

Nur 3 der 11 weltweit verfügbaren Kanäle überschneiden sich nicht: 1, 6 und 11

Dies liegt an der Frequenzbelegung der Kanäle in den 802.11 b/g Standards und dem Verhalten der WLAN Stationen: Während die einzelnen Kanäle voneinander nur einen Abstand von 5 MHz aufweisen, beträgt die von einer Übertragung genutzte Bandbreite etwa 20 MHz. Das bedeutet, dass nicht nur der eingestellte Kanal selbst, sondern auch die beiden nächstkleineren und die beiden nächsthöheren Kanäle belegt werden.

Daher nutzt eine WLAN Station, die auf Kanal 1 eingestellt ist, die Kanäle 1-2-3. Der nächste nicht-überlappende Bereich ist bei Kanal 6, der das Frequenzspektrum der Kanäle 4-5-6-7-8 nutzt. Der verbleibende Kanal 11 nutzt das Frequenzspektrum der Kanäle 9-10-11-12-13.

Überlappende Kanäle vermindern den Durchsatz erheblich

In städtischer Umgebung und mit nur 3 nutzbaren nicht-überlappenden Kanälen müssen sich WLANs irgendwann gegenseitig stören. Wenn man die gegenseitigen Störungen also schon nicht gänzlich vermeiden kann, ist es dann nicht besser die Lücken zu füllen, also alle verfügbaren Kanäle zu nutzen? Zwei Stationen, die auf den gleichen Kanal eingestellt sind, sollten sich mit Sicherheit stärker behindern, als wenn sie zwei benachbarte Kanäle nutzten. Überraschenderweise ist das nicht so.

WLAN Stationen sind überhaupt nicht dumm. Bevor sie einen Datenblock senden, hören sie zuerst ihren eingestellten Kanal ab, um festzustellen, ob bereits eine andere Station gerade einen Datenblock sendet. Erst wenn “die Luft rein” ist, beginnen sie mit der Ausstrahlung. Dieses Verfahren (DCF, eine Variante des CSMA) soll gegenseitige Störungen des gemeinsam genutzten Übertragungskanals minimieren. Dies ist ein Punkt, der sehr oft übersehen oder ausgeklammert wird, auch in wissenschaftlichen Arbeiten.

Wenn Station überlappende Kanäle verwenden (die also weniger als 5 Kanäle auseinander liegen), wird die Fähigkeit der Stationen, andere Übertragungen zu erkennen behindert - so als würden Sie ihnen ein Tuch vor die Augen binden - wodurch sich ihr soziales Verhalten verschlechtert und sie zu egoistischen Kriminellen werden.     

Außerdem bewirkt die Bandbreite einer Übertragung, deren Kanal sich nicht an die 1-6-11 Regel hält, dass gleichzeitig zwei der nicht-überlappenden Bereiche gestört werden. Daher verursachen Stationen, die sich nicht an die 1-6-11 Regel halten, unwissentlich vermeidbare Störungen, die ihrerseits wieder zu häufigen Sendewiederholungen führen, was letztlich den Durchsatz ihres eigenen und den benachbarter WLANs in den Keller bringt.

Was ist mit den Kanälen 12, 13 und 14

In Europa und Japan gibt es zwei zusätzliche Kanäle: 12 und 13. Sie bieten jedoch keinen wirklichen Nutzen, da sie sich das Frequenzspektrum der Sendungen mit Kanal 11 überschneidet. Daneben besteht die Gefahr, dass WLAN Stationen sich nicht mit Kanal 12 oder 13 verbinden können, falls sie nicht richtig für den Betrieb in Europa konfiguriert worden sind. So kann z.B. ein Nokia E6x keine Verbindung mehr über Kanal 12 und 13 herstellen, wenn Sie das SIMM aus dem Telefon entfernen. 

Kanal 14 ist etwas Besonderes. Er wird nur in Japan verwendet und trotz seiner Nummer besitzt er einen Abstand von 12 MHz zu Kanal 13, er wäre also besser mit Kanal 15,4 bezeichnet worden. Da sich die Übertragungen auf Kanal 14 nur minimal mit denen des Kanals 11 überschneiden, können in Japan die Kanäle 1, 6, 11 und 14 verwendet werden, um gegenseitige Störungen zu minimieren.  

Links:

  1. Channel Deployment Issues for 2.4-GHz 802.11 WLANs (Cisco), als PDF (englisch)
  2. 802.11b WiFi Channels (Moonblink) (englisch)
  3. DCF (Wikipedia) 
  4. CSMA/CA (Wikipadia)
  5. 802.11 (Wikipedia)

Demnächst: Warum SuperG und andere 108 MBit-Verfahren mehr schaden als nutzen.  Warum eine 3dB Antenne mehr bringt als 12 dB mehr Sendeleistung.

3 comments.

Nur für Technik-Freaks - Was Ihr Router so alles kann: DD-WRT verbindet sich mit Relakks

Posted on July 5th, 2007 by Reiner.
Categories: Deutsch, at Home, Computers.

Wie können Sie sich Ihr WLAN mit Ihren Nachbarn teilen, ohne zum Freiwild Hamburger Gerichtsbarkeit zu werden (heise: Unverschlüsseltes WLAN hat Folgen)  und ohne wegen der dem Zeitgeist geschuldeten Verdrehung der Unschuldsvermutung jeden Mausklick Ihrer Nachbarn mitschreiben zu müssen?

Hier wird keine fertige Lösung vorgestellt, sondern nur Hinweise für technisch Versierte gegeben, wie man einen DD-WRT Router (mit statischer IP)  so einrichten kann, dass er sein WLAN über Relakks tunnelt. Vielleicht findet sich ja jemand, der mehr Ahnung hat als ich, und daraus eine anklickbare Option für DD-WRT erstellen kann :-) (more…)

12 comments.